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Wie vertikutiere ich meinen Rasen richtig?

Verfasst von DP-G&V 21.04.2020 0 Kommentare Ratgeber und Tipps,

Den Rasen vertikutieren – ein Ratgeber

 

Den Rasen vertikutieren – ein Ratgeber


Vertikutieren: eine kurze Definition

 

Der Begriff entstammt dem Englischen „vertical cut“ [vertikaler Schnitt]. Mittels verschiedener Geräte wird der Rasen vertikal angeschnitten oder angeritzt und damit aufgelockert. Wann der beste Zeitpunkt dafür ist, was es bringt und was Sie benötigen, erfahren Sie in diesem Artikel. Am Schluss halten wir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Sie bereit, damit sie optimal für dieses Thema gerüstet sind.


Wann ist der beste Zeitpunkt zum Vertikutieren?

 

Der ideale Zeitraum liegt in den Monaten März bis September, insbesondere in den Monaten April und Mai. In dieser Zeit wächst der Rasen und die Temperaturen eignen sich für einen Vertikutierdurchgang. Das Gras regeneriert sich nach der Behandlung vergleichsweise schnell. Bei vorherrschender Hitze sollte darauf verzichtet werden. Rasenpflanzen könnten ansonsten austrocknen. Vorsicht ist auch bei neuem Rasen geboten: Frühestens im zweiten Jahr nach der Verlegung sollte erstmal vertikutiert werden. Erst dann ist er kräftig genug, der Behandlung unbeschadet standzuhalten. Ist der Rasen nach zwei Jahren noch nicht dicht genug, sollte sicherheitshalber ein weiteres Jahr gewartet werden. Ebenso sollte an regnerischen Tagen auf eine Behandlung des Bodens verzichtet werden. Nässe erschwert den Vorgang und führt zu suboptimalen Resultaten.


Was bringt es?

 

Beim Vertikutieren wird der Boden maximal drei Millimeter angeritzt. Dabei werden abgestorbene Gräser, Pflanzenteile, Moos und Unkraut entfernt. Die Graswurzeln werden geschont und profitieren von dieser Kur: Ist die Filzschicht einmal entfernt, können sie die dringend benötigten Mikronährstoffe wieder aufnehmen. Zudem wird der Zugang zu Luft und Wasser deutlich verbessert.


Welche Maschinen benötige ich?

 

Vertikutierer unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Antriebsart. Welche sinnvoll ist, hängt vor allem von der Rasenfläche ab. Zudem – aufgrund unterschiedlicher Lautstärken – von der Wohngegend.

Ein nicht-motorisiertes Handgerät eignet sich für Gärten mit kleinerer Fläche und für solche, in denen verschiedene Hindernisse umkurvt werden müssen. Hier muss viel Muskelkraft aufgewandt werden.

Für kleine bis mittelgroße Rasenflächen eignen sich elektrobetriebene Vertikutierer. Diese lassen sich problemlos drehen und wenden und verursachen nur minimalen Lärm – optimal in dichten Wohngebieten mit vielen Nachbarn. Ein kleiner Nachteil ist die Stromversorgung per Kabel.

Die Alternative sind akkubetriebene Vertikutierer, die ohne Kabel auskommen. Die Laufzeit der Akkus ist Modellabhängig.

Verfügen Sie über eine große Rasenfläche (größer oder gleich 500 Quadratmeter), sind Benzin-Vertikutierer die beste Wahl. Zwar liegen sie preislich über den anderen Modellen und sind im Einsatz deutlich lauter. Aber die Reichweite ist sehr hoch.

Prinzipiell ähnelt die Funktionsweise sich trotz verschiedener Antriebe: Durch eine Kurbelwelle wird eine Walze bewegt, an welcher kleine Stahlmesser befestigt sind. Diese stechen vertikal maximal drei Millimeter in den Boden und ritzen die Grasnarbe an. Die Graswurzel bleibt davon unberührt.


Wie vertikutiere ich meinen Rasen?

 

Zunächst vergewissern Sie sich, ob der Rasen für die Bearbeitung geeignet ist. Dazu muss er trocken genug sein. Ganz gleich, für welchen Antrieb Sie sich entschieden: Nun muss die Vertikutierhöhe eingestellt werden, also etwa zwei bis drei Millimeter.

Bevor Sie loslegen, muss der Rasen gleichmäßig auf eine Höhe von zwei Zentimeter herunter gemäht werden. Meist ist dies die tiefstmögliche Einstellung des Rasenmähers. Sobald dies geschehen ist, kann es losgehen.

Es ist wichtig, nicht zu lange an einer Stelle zu verweilen. Wir wollen die Grasnarbe von Gräsern, Pflanzenteilen, Moos und Unkraut befreien, ohne sie dabei in Mitleidenschaft zu ziehen. Ziehen Sie das Gerät erst in Längs- dann in Querrichtung gleichmäßig über die gesamte Rasenfläche. Damit entsteht ein Schachbrettmuster auf dem Rasen, ähnlich dem auf Fußballplätzen. Dort dient dies übrigens der Orientierung der Schiedsrichter. Abseits und andere Regelüberschreitungen werden häufiger entdeckt, da sich die Unparteiischen an der unterschiedlichen Farbgebung orientieren können.

Für den Richtungswechsel müssen sich die Messer in der Luft befinden, da die Schnittkante ansonsten unsauber würde.

Sobald Sie die gesamte Rasenfläche bearbeiteten, streuen Sie Grassamen auf die kahlen Stellen im Rasen. Danach entfernen sie den gelockerten Rasenfilz mittels einer Harke und streuen abschließend mit einer Schicht Bausand. Sie sollte etwa zwei bis drei Zentimeter in der Dicke bemessen und dient dazu, den Boden mit Sauerstoff zu versorgen.


Wir hoffen, wir konnten Ihnen einige, wertvolle Tipps für Ihren Rasen geben. Denken Sie daran: Am besten eignen sich die Monate April und Mai, sofern kein Regenwetter für die nächsten Tage angesagt ist.

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